Er wurde in einer
Grenzstadt
geboren.
Diese
seelische
und
politische
Situation
war nicht
ohne Einfluß.
Sie blieb
von
entscheidender Prägekraft
auf seine
Lebensleistung,
die ein
Dienen war
an der
Verständigung
zwischen den
Völkern.
Seine
Erziehung,
er studierte
in Hamburg,
Berlin und
Kiel
Philologie
und schloß
mit dem
Doktorgrad
ab (Der
assoziative
Faktor in
der
Landschafts-
und
Ortsdarstellung
Theodor
Fontanes,
Diss. 1928)
und sein
jüdisches
Erbe
prädestinierten
ihn dazu in
hervorragender
Weise. Seine
Arbeit galt
der
Vermittlung
des Wortes
(Verlagslektor
in Trier und
bei Bruno
Cassirer in
Berlin, seit
1945
Cheflektor
im Exil in
Oslo, wo er
auch starb).
Bezeichnend für
seine
kosmopolitische
Haltung ist
die Gründung
der
„Friedensbücherei“
1956. Max
Taus
Tätigkeit
als
Schriftsteller
tritt zurück
hinter
seiner
eigentlichen
Lebensleistung
als Anreger,
Förderer und
Sponsor
junger,
aufstrebender
Begabungen.
Sein Wirken
ist hier von
bleibender
Bedeutung.
So
erschienen
auf seine
Anregung hin
die ersten
Bücher von
Marie Luise
Kaschnitz
und Wolfgang
Koeppen bei
Bruno
Cassirer,
Berlin. Max
Taus
Publikationen
sind
vornehmlich
Bücher der
Erinnerung,
nicht als
Klage über
Vergangenes
und
Erlittenes,
sondern als
Wegzeichen
für künftige
bessere
Menschlichkeit.
„Das Land,
das ich
verlassen
mußte“
(1961) u.a.
Diese
Botschaften
der
Versöhnung
und der
Friedensliebe
sind neben
ihrem
zeitgeschichtlichen
Wert
einzigartige
Zeugnisse
der Güte und
Noblesse
eines großen
Herzens.
1950 erhielt
Max Tau als
erster den
Friedenspreis
des
Deutschen
Buchhandels,
ein Zeichen
des sich
wieder
besinnenden
besseren
Deutschlands.
Er mag die
Ehrung
stellvertretend
für seine
Leidensbrüder
empfangen
haben, die
ebenfalls
ins Exil
gehen mußten,
dieses aber
nicht
überlebten,
wie Stefan
Zweig, der
andere große
Europäer. So
war der
unermüdliche
Anreger,
Förderer,
Humanist und
Schriftsteller
Max Tau
neben Victor
Gollancz,
ebenfalls
ein Jude
(!), der
1960 den
Buchhandels-Friedenspreis
erhielt,
nach dem
Ende der
Apokalypse
einer der
ersten, die
zur
Versöhnung
zwischen den
Feinden, zu
Frieden und
Völkerverständigung
aufriefen.
Dies gibt
Max Taus
Werk und
Person Rang
und Würde.
„Es gibt
keine
Freude, die
Dauer hat,
wenn man sie
nicht mit
dem Nächsten
teilt“ (Max
Tau in einem
Brief an den
Verf.).
Übergreifend
bleibt die
Kulturleistung
der
deutschen
Juden
insgesamt
festzuhalten.
Werke:
(in Auswahl)
Die Stillen.
Dichtungen,
Anth. Hg.
1921; Die
deutsche
Novelle.
Eine Bücherei
zeitgen.
Dichtung,
Hg.
1921-1925;
Der deutsche
Roman, Hg.,
1921-1925;
H. Stehr:
Gesammelte
Werke,
Festausgabe,
9 Bde., Hg.
1924; Denn
über uns ist
der Himmel,
R., norweg.
1954, dt.
1955; Albert
Schweitzer
und der
Friede, Rede
1955; Trotz
allem!
Lebenserinnerungen
aus 70
Jahren,
1973.
Lit.:
Lexikon der
dt.
Gegenwartsliteratur,
hrsg. v. H.
Wiesner,
München,
1981.
Knaurs
Lexikon der
Weltliteratur,
München,
1979. Max
Tau – Der
Freund der Freunde, hrsg. Egon H. Rakette,
Heidenheim
1977.
Arnfried
Thomas