Trojans
Vater war
Kaufmann in
Danzig
(Geschäft
in der
Hundegasse
101). Nach
Besuch des
Städtischen
Gymnasiums
seiner
Vaterstadt
und dem 1856
abgelegten
Abitur
begann
Johannes
Trojan in
Göttingen
das Studium
der Medizin.
Er erkannte
schon bald,
daß ihm die
medizinische
Wissenschaft
nicht
entsprach,
wechselte an
die
Universität
Bonn, wo er,
wie
anschließend
in Berlin,
Germanistik
belegte. Er
gab auch
dieses
Studium auf
und folgte
seiner
Veranlagung,
nach der er
offensichtlich
zum
Journalisten
prädestiniert
war.
1862
war er
bereits
Redakteur
der Berliner
illustrierten
Zeitschrift
„Kladderadatsch“,
die er über
47 Jahre als
Chefredakteur
zu Ansehen
brachte als
führende
satirisch-witzige
Stimme zur
Politik der
Bismarckzeit.
Gewagte
Karikaturen
eines
Mitarbeiters
des
„Kladderadatsch“
brachten
Trojan zwei
Monate Haft
ein.
Trotzdem
verlieh ihm
die
Philosophische
Fakultät der
Universität
Rostock 1912
die
Ehrendoktorwürde.
Der Kaiser
verlieh
Trojan
einige Jahre
nach der
„Majestätsbeleidigung“
den
Professortitel.
Die deutsche
Lyrik
verdankt
Trojan (er
hatte aus
zwei Ehen
sieben
Kinder) das
Empfinden
und den Ton
von Kinder
ungewöhnlich
ansprechenden
Kinderliedern
(„Hundert
Kinderlieder“,
1889). Er
setzte mit
ihnen die
von seinem
Danziger
Landsmann
Robert
Reinick
geschaffene
Kunst der
Kinderlieddichtung
fort.
Trojan galt
nach dem
Urteil
seiner
Zeitgenossen
als einer
der
hervorragenden
Lyriker
Westpreußens
– auch durch
seine
stimmungsvollen
Weihnachtslieder.
Seine
sonstigen
Dichtungen
wie „Das
Wustrower
Königsschießen“,
„Der
Sängerkrieg
von
Trarbach“
u.a.
zeichnen
sich durch
feinen Humor
aus. Von
seinen
landeskundlichen
Arbeiten
verdient
seine
ausführliche
Darstellung
der
Geschichte
des Weines,
der seit der
Zeit des
Ordensstaates
an den
Hängen der
Ufer der
unteren
Weichsel
angebaut
wurde,
Beachtung.
Werke: Beschauliches, G. 1870; Gedichte, 1883; Scherzgedichte, 1883; Von
drinnen und
draußen,
G. 1888; Von
Strand und
Heide, Sk.
1888; Für
gewöhnliche
Leute, G. u.
Prosa 1983;
Von einem
zum ändern,
Ges. En.
1893;
Hundert
Kinderlieder,
1899; Auf
der ändern
Seite, Sk.
1902;
Berliner
Bilder, Sk.
1903;
Erinnerungen,
1912.
Lit.:
Hanswerner
Heincke.
Trojan,
Johannes.
In: Altpreußische
Biographie.
Im Auftrage
der
Historischen
Kommission
für ost- und
westpreußische
Landesforschung
herausgegeben
von Kurt
Forstreuter
und Fritz
Gause, Bd.
II, S. 745,
Marburg/Lahn
1965; Paul
Fechter,
Geschichte
der
deutschen
Literatur,
Gütersloh
1960, Bd. l,
S. 282;
Lexikon der
Weltliteratur,
hrsg. von
Gero v.
Wilpert,
Stuttgart
1963; Helmut
Motekat,
Ostpreußische
Literaturgeschichte
mit
Westpreußen
und Danzig,
München
1977, S.
290; Bruno
Pompecki,
Literaturgeschichte
der Provinz
Westpreußen,
Danzig 1915.
Helmut
Motekat