Erich Trunz
wurde als
Sohn von
August Trunz,
Generalsekretär
des
Landwirtschaftlichen
Zentralvereins
in
Allenstein,
und seiner
Ehefrau
Helene, geb.
Fähser,
geboren.
Nach der
Vorschule
besuchte er
von 1915 bis
1925 das
Humanistische
Gymnasium zu
Allenstein.
Danach
studierte er
Germanistik
in München,
Berlin und
Königsberg,
ab viertem
Semester
dauernd in
Berlin. Sein
wichtigster
akademischer
Lehrer war
Julius
Petersen
(1878-1941).
Von 1931 bis
1933 war er
Assistent an
der
Universität
Berlin, dann
zwei Jahre
Lektor in
Amsterdam
und von 1936
bis 1939
Dozent in
Freiburg i.
Br., wo er
sich 1938
habilitierte.
Ab 1940 bis
Kriegsende
wirkte er
als
Ordinarius
an der
Deutschen
Universität
in Prag.
Zeitweilig
war er zur
Wehrmacht
eingezogen.
Von 1950 an
lehrte er in
Münster (ab
1955 als
ordentlicher
Professor)
und von 1957
bis zu
seiner
Emeritierung
im Jahre
1970 in
Kiel. Mit
seiner
Dissertation
über den
Königsberger
Geistlichen
Dichter
Ambrosius
Lobwasser
(abgedruckt
in den
Altpreußischen
Forschungen
9, 1932),
Abhandlungen
über die
Entwicklung
des
Alexandriners
sowie den
Späthumanismus
um 1600 als
Standeskultur
der
Gelehrten
gelangen ihm
Arbeiten,
die auch
noch für die
heutige
Barockforschung
von
Bedeutung
sind. Später
hat Trunz
daran
angeknüpft
und in
ausführlichen
Nachworten
zu
photomechanischen
Neudrucken
von Werken
des Martin
Opitz und
Johann
Matthäus
Meyfart
deren
geistige
Bedeutung
und
literarische
Wirksamkeit
herausgearbeitet
(in:
Deutsche
Neudrucke,
Reihe
Barock).
Als
Goetheforscher
genießt
Trunz über
die Grenzen
seines
Faches
hinaus
großes
Ansehen, das
er besonders
seiner
Ausgabe von
Goethes
Werken (nach
dem
ursprünglichen
Verlagsort
als
"Hamburger
Ausgabe"
bezeichnet)
verdankt,
die er nach
dem Ende des
Zweiten
Weltkriegs
plante und
von 1948 bis
1960
veröffentlichte.
Sie umfaßt
die Werke
(in vierzehn
Bänden) und
wird ergänzt
durch eine
Briefsammlung
(vier Bände,
1962-1967)
und eine
Auswahl von
Briefen an
Goethe (zwei
Bände,
1965-1969).
Diese
Ausgabe wird
von der
Editionswissenschaft
als
"Ausgabe,
die durch
die
gelungene
Kombination
von
philologischen
und
erläuternden
Beigaben zum
Vorbild für
den Typ der
modernen
Studienausgabe
geworden
ist"
charakterisiert
(Handbuch
der
Editionen,
S. 190). Als
Leseausgabe
bietet sie
dem
Wissenschaftler
einen
zuverlässigen
Text, dem
Goetheliebhaber
Ergebnisse
der
Spezialforschung
und beiden
ausführliche
Kommentare,
die ihnen
Gestalt und
Gehalt der
Werke und
ihres
historischen
Hintergrundes
erschließen.
Die
Gedichte,
den
Werther
und den
Faust,
die
Wilhelm-Meister-Romane
und
Dichtung und
Wahrheit
hat Trunz
selbst
bearbeitet;
für die
übrigen
Bände konnte
er
kompetente
Goetheforscher
gewinnen wie
Lieselotte
Blumenthal,
Herbert von
Einem,
Wolfgang
Kayser,
Dorothea
Kuhn, Josef
Kunz,
Waltraud
Loos, Carl
Friedrich
von
Weizsäcker
und Benno
von Wiese.
Darüber
hinaus hat
er Goethe
und seinem
Werk
zahlreiche
Abhandlungen
gewidmet (u.a.
Weimarer
Goethe-Studien,
1980).
Weiterhin
erwähnt
seien seine
Editionen
und
Forschungen
zum Kreis
von Münster
(um
Fürstenberg
und die
Fürstin
Gallitzin)
und zur
Geschichte
des
westfälischen
Geisteslebens
im 18.
Jahrhundert.
Zu seinen
Ehren wurde
im
Sommersemester
1980 an der
Universität
Kiel eine
Ringvorlesung
über Goethe
veranstaltet
und eine ihm
gewidmete
Festschrift
herausgegeben.
Sie enthält
ein
Verzeichnis
seiner
Veröffentlichungen,
der von ihm
herausgegebenen
Editionen
und
Buchreihen
und eine
Liste der
bei Erich
Trunz
angefertigten
Dissertationen.
Lit.:
Kürschners
Deutscher
Gelehrten-Kalender.
Berlin
(diverse
Ausgaben). -
Studien zur
Goethezeit.
Erich Trunz
zum 75.
Geburtstag.
Hrsg.: H.-J.
Mähl, E.
Mannack.
Heidelberg
1981 (mit
Bild). -
Handbuch der
Editionen.
Deutschsprachige
Schriftsteller
Ausgang des
15.
Jahrhunderts
bis zur
Gegenwart.
Bearb.: W.
Hagen, I.
Jensen, E.
Nahler, H.
Nahler.
Berlin 1979.
Bild:
E. Trunz zum
75.
Geburtstag (s.o.).
Harro Kieser