Geboren als Sohn eines
Chirurgen,
sollte
Johannes
Voigt den
Beruf des
Vaters
erlernen.
Nach
privater
Unterrichtung
in Latein
bezog er im
Jahre 1800
das
Gymnasium zu
Meiningen.
Nach Abschluß
der
Gymnasialausbildung
bezog er
1806 die
Universität
Jena, wo er
sich
allerdings
dem Studium
der
Theologie
widmete. Die
Schlacht bei
Jena am
14.10.1806
bedeutete
eine
Unterbrechung
seiner
Studien.
Neben
theologischen
hörte Voigt
historische
und
philologische
Vorlesungen.
1808 bestand
er sein
theologisches
Examen, doch
nahm er
keine
Pfarrstelle
an, sondern
setzte seine
Geschichtsstudien
in Jena
fort. 1809
wurde Voigt
die Stelle
eines
Lehrers am
Pädagogium
in Halle
angeboten.
Nachdem er
am 13.
Oktober 1809
in Jena mit
einer Arbeit
über
Theokrit zum
Doktor der
Philosophie
promoviert
worden war,
ging er nach
Halle. Dort
beschäftigte
er sich,
soweit seine
Unterrichtsverpflichtungen
Zeit dazu
ließen, mit
mittelalterlicher
Geschichte.
Am 21. April
1812
habilitierte
er sich an
der
Universität
Halle mit
einer
biographischen
Arbeit über
Gregor VII.;
sie erschien
1815 im
Druck. Ihre
Qualität
geht daraus
hervor, daß
sie in Wien
nachgedruckt
wurde, eine
zweite
Auflage
erlebte und
ins
Französische
und
Englische
übersetzt
wurde. Um
der
Doppelbelastung
zu entgehen,
die sich aus
seinen
Unterrichts-
und
Lehrverpflichtungen
seit der
Habilitation
ergaben,
bewarb Voigt
sich 1816 um
die vakant
gewordene
Professur
für
historische
Hilfswissenschaften
an der
Universität
Königsberg,
zunächst
jedoch
vergeblich.
Ein Jahr
später,
1817, wurde
er nach
Königsberg
berufen.
In Königsberg
hat Voigt
bis zu
seinem
Lebensende
als
akademischer
Lehrer
gewirkt;
gleichzeitig
war er dort
Direktor des
Geheimen
Archivs. Er
hielt
Vorlesungen
über
Universalgeschichte,
Geschichte
des
Mittelalters
und der
neueren
Zeit,
Geschichte
Preußens und
der
Kreuzzüge
sowie über
Diplomatik.
Von seiner
ursprünglichen
Absicht,
eine
Geschichte
der
Hohenstaufen
zu
schreiben,
nahm er in
Königsberg
Abstand.
Demgegenüber
begann er,
sich mit der
Geschichte
des
Deutschen
Ritterordens
zu beschäftigen.
Im Jahre
1824 legte
er seine
„Geschichte
Marienburgs,
Stadt und
des
Haupthauses
des
Deutschen
Ritterordens
in Preußen“
vor. Noch
während er
mit der
Abfassung
der
Geschichte
Marienburgs
beschäftigt
war, reifte
in ihm der
Entschluß,
eine
„Geschichte
Preußens von
den ältesten
Zeiten bis
zum
Untergang
der
Herrschaft
des
Deutschen
Ordens 1525“
zu
verfassen.
Die erschien
in 9 Bänden
während der
Jahre von
1827 bis
1838.
Körperliche
Leiden sowie
der Tod von
drei seiner
Söhne im
Säuglingsalter
ließen die
Abfassung
größerer
Arbeiten in
den
folgenden
Jahren nicht
zu. Daher
erschien
erst
zwischen
1857 und
1859 sein
zweibändiges
Werk
„Geschichte
des
deutschen
Ritterordens
in seinen 12
Balleien in
Deutschland“.
Hinzuweisen
gilt es
darauf, daß
Voigt trotz
seiner
körperlichen
und
seelischen
Leiden seit
1836 einen
Codex
diplomaticus
Preußens,
eine
Sammlung von
Urkunden zur
älteren
Geschichte
Preußens,
edierte,
ferner eine
Anzahl von
Aufsätzen.
Johannes
Voigt, der
seit 1854
als
Vertreter
der
Universität
Königsberg
Mitglied des
preußischen
Herrenhauses
war, starb
am 23.
September
1863 zu
Königsberg.
Hingewiesen
sei
abschließend
darauf, daß
der
bedeutende
Historiker
Voigt Joseph
von
Eichendorff
zu seinen
Freunden
zählte.
Werke
(Auswahl):
Hildebrand
als Papst
Gregor VII.
und sein
Zeitalter,
1815;
Geschichte
des
Lombardenbundes
und seines
Kampfes mit
Kaiser
Friedrich I,
1818;
Geschichte
Marienburgs,
der Stadt
und des
Haupthauses
des
deutschen
Ritter-Ordens
in
Preußen,
1824;
Geschichte
Preußens,
von den
ältesten
Zeiten bis
zum
Untergange
der
Herrschaft
des
deutschen
Ordens, 9
Bde.,
1827ff;
Codex
diplomaticus
Prussicus.
Urkunden-Sammlung
zur altern
Geschichte
Preußens aus
dem Königl.
Geheimen
Archiv zu
Königsberg,
6 Bde.,
1836-1861;
Briefwechsel
der
berühmtesten
Gelehrten
des
Zeitalters
der
Reformation
mit Herzog
Albrecht von
Preußen,
1841;
Geschichte
des
sogenannten
Tugend-Bundes
oder des
sittlich-wissenschaftlichen
Vereins.
Nach den
Original-Akten,
1850;
Markgraf
Albrecht
Alcibiades
von
Brandenburg-Kulmbach,
1852;
Geschichte
des
Deutschen
Ritter-Ordens
in seinen
zwölf
Balleien in
Deutschland,
1859; Blicke
in das
kunst- und
gewerbreiche
Leben der
Stadt
Nürnberg im
16.
Jahrhundert
(mit Abriß
einer
Autobiographie),
1861; Die
Erwerbung
der Neumark,
Ziel und
Erfolg der
Brandenburgischen
Politik
1402-1457,
1863.
Konrad Fuchs