Heinrich Wachner gehört
zu den
produktivsten
siebenbürgisch-sächsischen
Forscherpersönlichkeiten
dieses
Jahrhunderts.
Außer seiner
verdienstvollen
Tätigkeit
als
Gymnasiallehrer
hat er
zahlreiche,
zum Teil
grundlegende
Arbeiten
geologischen
und
geographischen
Inhalts veröffentlicht.
Durch diese
hat er einen
bemerkenswerten
Beitrag zur
wissenschaftlichen
Erschließung
Siebenbürgens
geleistet.
Mit seinem
„Kronstädter
Heimat- und
Wanderbuch“
(1934), das
seine
bekannteste
Abhandlung
über
Kronstadt
und seine
Umgebung
ist, hat
Wachner eine
Monographie
über die
Naturverhältnisse
dieses
Gebietes
geschaffen,
die auch
heute nichts
von ihrer
Aktualität
verloren
hat.
Heinrich
Wachner
wurde am 3.
Oktober 1877
in Neumarkt/
Mieresch (Tîrgu
Mureş) als
Sohn des
Finanzbeamten
Joseph
Wachner
geboren.
Nach
Abschluß
seiner
Mittelschulbildung
studierte er
in
Klausenburg,
Berlin und
Marburg
Geologie,
Geographie
und
Naturwissenschaften.
Vom
Marburger
Geologen
Friedrich
Emanuel
Kayser wurde
er auf von
diesem
veranstalteten
Lehrgängen
in die
geologische
Geländearbeit
eingeführt.
– Nach
Beendigung
seines
Studiums
(1901)
begann er
seine
Tätigkeit
als
Biologielehrer
an Schulen
in
Hermannstadt;
Bistritz,
Schäßburg
(1906-1920)
und danach
27 Jahre am
Honterusgymnasium
in
Kronstadt.
In dieser
Eigenschaft
hat er 12
Lehrbücher
für den
Geographie-
und
Geologieunterricht
an deutschen
Schulen in
Rumänien
verfaßt.
Seine
Beobachtungen
über den
geologischen
Aufbau, die
Pflanzen-
und Tierwelt
seines
Wohngebietes,
die er auf
zahlreichen
Studiengängen
und
Schulausflügen
machte,
wurden von
ihm
regelmäßig
in
Exkursionshefte
eingetragen
und nachher
in seinen
Veröffentlichungen
ausgewertet.
Forschen und
Sammeln
standen von
Anfang an im
Vordergrund
seiner
Tätigkeit,
und er
kehrte von
keiner
Wanderung
ohne
Sammelstücke
für seine
eigenen
Sammlungen
(Gesteine,
Minerale und
Pflanzen)
oder für die
Schulsammlungen
nach Hause.
Nach 46
Dienstjahren
im
Schulwesen
ging Wachner
1947 in
Pension. –
Im Mai 1952
wurde er als
75jähriger
samt Familie
nach Rakosch
zwangsevakuiert.
Hier mußte
er mit den
Seinen
jahrelang
unter
schlechten
Lebensbedingungen
sein Dasein
fristen.
Aber auch
unter diesen
ungünstigen
Verhältnissen
stellte er
Untersuchungen
über den
geologischen
Aufbau
dieses
Gebietes an.
Erst 1958
konnte
Familie
Wachner nach
Wolkendorf
bei
Kronstadt
übersiedeln,
wo er am 16.
März I960
starb.
Wachners Wirken ging weit
über den
Rahmen
seiner
Lehrertätigkeit
hinaus. Er
ist der
Verfasser
zahlreicher
wissenschaftlicher
Arbeiten
sowie
populärwissenschaftlichen
Veröffentlichungen
in
Zeitschriften
und
Tageszeitungen,
unter denen
sein schon
erwähntes
„Kronstädter
Heimat- und
Wanderbuch“
einen
Sonderplatz
einnimmt. –
Bemerkenswert
sind auch
seine
Bemühungen
um die
Verbreitung
des
Naturschutzgedankens
in Wort und
Schrift.
Als Geologe entwarf
Wachner die
erste
geologische
Karte von
Schäßburg
und seiner
Umgebung,
von dem
südlichen
Teil des
Perschangebirges
(Geisterwald)
und vom
Fogarascher
Becken. Als
Mitglied der
Kommission
für
Erdgasschürfungen
entdeckte er
die
Gasvorkommen
in Agnetheln
(die
weitgehend
Bukarest mit
Erdgas
versehen)
und im
Perschaner
Höhenzug die
Dazittuffe,
die als
Rohstoff für
die
Zementherstellung
verwendet
werden.
Neben
weiteren
geologischen
Arbeiten
sind auch
eine Reihe
geographischer
Abhandlungen
von ihm
bemerkenswert.
Zu diesen
gehört eine
Monographie
Rumäniens,
die Wachner
für das
„Handbuch
der
geographischen
Wissenschaft“
verfaßt hat
und für die
ihn die
Berliner
Akademie mit
der
Leibniz-Medaille
und die
Rumänische
Akademie mit
dem
Gheorghe-Lazăr-Prämium
auszeichnete.
Ebenfalls
prämiert
wurde auch
seine Arbeit
„Die Ciuc,
samt
Toplitza und
der
Miereschenge“.
Als guter Pflanzenkenner
hat Wachner
auf seinen
unzähligen
Ausflügen
auch der
Pflanzenwelt
Siebenbürgens
seine
Aufmerksamkeit
geschenkt
und dabei
mehrere
Pflanzenarten
erstmals für
dieses Land
festgestellt,
Zu diesen
gehören das
Moosglöckchen
(Linnaea
borealls
L.), das
Alpenleinkraut
(Linaria
alpina L.),
das Gemeine
Heideröschen
(Fumanaprocumbens
[Dun.] Gren.
et Godr.),
die Deutsche
Schafgarbe (Achillea
ptarmica L.)
und die
Sibirische
Schwertlilie
(Iris
sibirica
L.). Ein von
ihm
angelegtes
Register der
Flora des
Burzenlandes
läßt darauf
schließen,
daß Wachner
die Absicht
hatte, eine
Flora dieses
Gebietes zu
verfassen.
Heinrich Wachner hat 65
wissenschaftliche
Arbeiten in
verschiedenen
einheimischen
und ausländischen
Zeitschriften
veröffentlicht.
Vor allem
als Geologe
hatte er
fachliche
Beziehungen
zu vielen
Fachkollegen
des In- und
Auslandes
unterhalten
und hat in
mehreren
wissenschaftlichen
Vereinen
Siebenbürgens
fördernd
mitgewirkt.
Wachner war
bis in sein
hohes Alter
forschend
tätig und
stellte auch
als
evakuierter
Rentner sein
reiches
Wissen den
„Wirtschaftsexperten“
der neuen
Regierung
zur
Verfügung,
ohne das ihm
jemals
Anerkennung
in irgend
einer Form
gezollt
worden wäre.
Durch seine
Leistungen
als Erzieher
und Forscher
Siebenbürgens
und
Rumäniens
gehört
Wachner zu
jenen
Persönlichkeiten,
die ihr
ganzes
Wissen und Können
in den
Dienst des
Fortschritts
und dem
Wohle seiner
Mitmenschen
gestellt
haben.
Lit.:
Kurt
Philippi,
1957:
Heinrich
Wachner. In:
Volk und
Kultur,
Bukarest, 9.
Jg., Nr. 11,
S. 9 – Heinz
Heltmann,
1975: Der
Kronstädter
Heimatforscher
Heinrich
Wachner
(1877-1960).
In:
Korresp.blatt
d.
Arb.kreises
f. Siebb.
Landeskunde
III F., 5.
Jg., H. 2
und 3, S.
157-165.
Heinz
Heltmann