Julius
Zacher
verlebte
seine Jugend
bei seinen
Großeltern
mütterlicherseits
in Koroschke.
Er besuchte
das
Gymnasium in
Breslau, wo
er 1836 das
Abitur
ablegte.
Danach
studierte er
Theologie,
wechselte
aber bald
zur
Philologie
über. Um
sein Studium
finanzieren
zu können,
gab er
Privatstunden
und
arbeitete
als
Hilfskraft
an der
Unversitätsbibliothek
Breslau.
1839 mußte
er aus
finanziellen
Gründen sein
Studium
unterbrechen
und eine
Hauslehrerstelle
bei dem
Grafen
Friedrich
von Wylich
und Lottum
auf
Deutsch-Lissa
annehmen.
Diesem
folgte er
dann nach
Berlin,
Putbus und
1840 nach
Den Haag, wo
der Graf als
Gesandter
Preußens
tätig war.
In den
Niederlanden
hatte Zacher
die
Möglichkeit,
die
deutschen
und
niederländischen
Handschriften
der
Bibliotheken
und des
Staatsarchivs
in Den Haag
bzw. Leiden
einzusehen,
deren
Beschreibung
er als seine
erste
wissenschaftliche
Publikation
in der
„Zeitschrift
für
deutsches
Altertum“,
1841,
veröffentlichte.
1842 ging er
nach Berlin,
um bei den
Brüdern
Grimm und
bei dem
Rechtshistoriker
Carl Gustav
Homeyer
seine
Studien
fortzusetzen.
Nachdem er
1844 in
Halle den
Doktorgrad
erworben
hatte,
erhielt er
1847 eine
provisorische
Kustodenstelle
an der
Universitätsbibliothek
Halle und
wurde
gleichzeitig
Sekretär des
Thüringisch-Sächsischen
Vereins zur
Erforschung
der
vaterländischen
Altertümer,
den er zu
neuer Blüte
brachte.
Nach seiner
1854
erfolgten
Habilitation
hielt er
Vorlesungen
und Übungen
und wurde
1856
Extraordinarius.
1859 wurde
er
Oberbibliothekar
in
Königsberg
und erhielt
eine eigens
für ihn
eingerichtete
ordentliche
Professur.
Aus
Gesundheitsrücksichten
kam er um
eine
Rückversetzung
ein, die ihm
1863 gewährt
wurde. Nun
wurde auch
in Halle für
ihn ein
Ordinariat
für deutsche
Philologie
eingerichtet,
das erste
für dieses
Gebiet an
der
Hallischen
Universität.
Zachers
Verdienste
liegen
weniger auf
dem Gebiet
der
Forschung
als auf dem
der Lehre
und der
Wissenschaftsorganisation.
Für
die sich in
seiner Zeit
herausbildende
Wissenschaftsdisziplin
in der
Germanistik
plante er
eine
vorzugsweise
für
Studenten
gedachte
Handbuchreihe,
die zum
einen
kommentierte
Textausgaben,
zum
anderen
Handbücher
der
Grammatik,
Metrik,
Stilistik,
Rhetorik,
Poetik und
der
Mythologie
umfassen
sollte. Bis
zu seinem
Tode
erschienen
von den
Textausgaben
seiner
„Germanistischen
Handbibliothek“
6 Bände, die
auch heute
noch von
wissenschaftlichem
Wert sind.
Von den
Handbüchern
ist nichts
erschienen,
da Zacher
keine
geeigneten
Bearbeiter
gewinnen
konnte. Mit
einem
weiteren
wissenschaftlichen
Unternehmen
war er
erfolgreich,
der Gründung
des
Fachorgans
„Zeitschrift
für deutsche
Philologie“,
das 1868 zum
erstenmal
erscheinen
konnte und
welches er
bis zu
seinem Tode
mit Ernst
Höpfner,
einem seiner
Schüler,
herausgab.
Dieses
Periodikum,
das lange
als „Zachers
Zeitschrift“
zitiert
wurde, hat
sich zu
einem der
führenden
Organe auf
dem Gebiet
der
Germanistik
entwickelt
und bewahrt
noch heute
die
Erinnerung
an seinen
Gründer.
Werke:
Die
deutschen
Sprichwörtersammlungen
1852; Das
gotische
Alphabet
Vulfilas und
das
Runenalphabet,
1855;
Pseudocallisthenes,
1867.
Lit.: ADB, 44, 1898; M. Lemmer: Julius Zacher und die Gründung
des Seminars
für deutsche
Philologie
an der
Universität
Halle. In:
Wissenschaftliche
Zeitschrift
der
Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg.
Gesellschafts-
und
sprachwissenschaftliche
Reihe 5
(1956), S.
613-622.
Harro Kieser