Die gebürtige
Westpreußin
Hilde Zadek
kann für
sich das
Verdienst
beanspruchen,
die
Nachkriegsgeschichte
der Wiener
Staatsoper
mit geprägt
zu haben.
Sie verfügte
über einen
jugendlich-dramatischen
Sopran, der
mit seiner
gleichmäßigen
Durchbildung,
seiner
Beweglichkeit
und seiner
vielfältigen
Ausdruckskraft
in den Opern
Verdis und
Wagners
ebenso am
rechten
Platz war
wie bei
Mozart-Aufführungen.
Hilde Zadek
hatte einen
Teil ihrer
Jugend in
Wien
verbracht,
einen
anderen in
Stettin.
1934 jedoch
mußte
sie, da sie
jüdischer
Abkunft ist,
Deutschland
verlassen.
Sie wanderte
nach
Palästina
aus,
arbeitete
als
Krankenschwester
in
Jerusalem,
begann dort
schließlich
bei Rose
Pauly ein
Gesangsstudium,
das sie 1945
bei Ria
Ginster in
Zürich
fortsetzte.
Mit ihrem
Debüt als
Aida in
Verdis
gleichnamiger
Oper im
Jahre 1947
gelang ihr
sogleich der
Sprung in
die
Staatsoper
Wien. Ihren
Sopran mit
dem
charakteristischen
Vibrato und
der
durchsichtig-leuchtenden
Höhe
schätzte und
bewunderte
man seither
hier wie
anderswo.
Sie war Gast
der
Festspiele
von Salzburg
und
Edinburgh
sowie des
Holland-Festivals.
Sie sang an
der
Mailänder
Scala, an
der
Coventgarden
Oper in
London, am
Teatro Colón
in Buenos
Aires sowie
in Paris,
Brüssel,
Amsterdam,
Rom, San
Francisco,
München und
Düsseldorf.
1952 wurde
sie Mitglied
der New
Yorker
Metropolitan
Opera. Zu
ihren
Partien
zählten
die Elsa im
„Lohengrin“,
die
Elisabeth im
„Tannhäuser“,
die Senta im
„Fliegenden
Holländer“
und die
Sieglinde in
der
„Walküre“
von Wagner,
die
Marschallin
im
„Rosenkavalier“,
die Ariadne
in „Ariadne
auf Naxos“
und die
Salome in
der
gleichnamigen
Oper von
Richard
Strauss wie
aber auch
die Tosca in
Puccinis
dramatischstem
Werk.
1967 wurde
Frau Zadek
als
Professorin
für
Gesang an
das
Konservatorium
in Wien
berufen.
Lit.: K.J. Kutsch/Leo Riemers:
„Unvergängliche
Stimmen“ ( =
Sammlung
Dalp, Bd.
92), Bern
und München
21966;
dieselben:
„Unvergängliche
Stimmen.
Sängerlexikon“,
Bern und
München
21982;
Hugo Rasmus:
Lebensbilder
westpreußischer
Frauen in
Vergangenheit
und
Gegenwart,
München
1984.
Peter Mast
(1987)