„Nikolaus
Ludwig, Graf
und Herr von
Zinzendorf,
Pottendorf
u.f. geboren
1700, ging
im Jahr 1760
als ein
Eroberer aus
der Welt,
desgleichen
es wenige,
und im
verflossenen
Jahrhundert
keinen wie
ihn gegeben.
...“ So
schrieb
einst Johann
Gottfried
von Herder
(1744-1803).
In Walhalla
bei
Regensburg
fand unter
den Büsten
berühmter
Deutscher
auch die
Zinzendorfs
einen Platz.
Ausdruck der
großen
Bedeutung,
die man dem
Freien
Reichsgrafen
im 18.
Jahrhundert
beimaß, ist
die
Tatsache,
daß Johann
Heinrich
Zedler im
62. Band
seines
großen
Universal-Lexicons
aller
Wissenschafften
und Künste
(1749) dem
Stichwort „Zinzendorf“
und „Zinzendorfianer“
fast 400
Spalten
widmete.
Geboren
wurde der
Nachfahre
eines der
ältesten
österreichischen
Adelsgeschlechter
in Sachsen.
Sein früh
verstorbener
Vater, der
Reichsgraf
Georg Ludwig
von
Zinzendorf
und
Pottendorf
(1662-1700),
war
kursächsischer
Geheimer Rat
und
Minister. Da
die Mutter,
Charlotte
Justine,
geb. Freiin
von Gersdorf
(1675-1763),
1704 eine
neue Ehe
einging und
nach Berlin
übersiedelte,
verblieb der
kleine
„Lutz“ bei
der
inzwischen
verwitweten
Großmutter,
der
Landvögtin
Henriette
Katharina
von Gersdorf
(1648-1726)
in
Großhennersdorf/Oberlausitz.
Unter dem
Einfluß
dieser
hochgebildeten
Frau – sie
führte unter
anderem
einen
lateinischen
Briefwechsel
mit dem
Philosophen
Leibniz –
konnten sich
die
vielfältigen
Anlagen des
heranwachsenden
Knaben voll
entfalten.
Von
entscheidender
Bedeutung
für den
künftigen
Lebensweg
war die
tiefe
Frömmigkeit
der
Großmutter.
„Ich habe
meine
Prinzipien
von ihr her.
Wenn sie
nicht
gewesen
wäre, so
wäre unsere
ganze Sache
nicht
zustande
gekommen“,
äußerte er
in späteren
Jahren. Der
Zehnjährige
wurde in das
Pädagogium
Regium
August
Hermann
Franckes
nach Halle
an der Saale
gegeben.
Zinzendorf
speiste
täglich an
der oft von
weit her
gereisten
Gästen
besuchten
Tafel des
berühmten
Theologen
und
Pädagogen
und gewann
allein
dadurch eine
sehr
lebendige
Anschauung
von dessen
weltweiten
Unternehmungen.
Der an
diesen
Anstalten
herrschende
pietistische
Geist hat
bei dem
heranwachsenden
Jungen tiefe
Spuren
hinterlassen;
er
verdichtete
sich bei dem
Aristokraten
Zinzendorf
vor allem in
dem
Ordens-Gedanken.
Um ihm die
„pietistischen
Grimassen“
abzugewöhnen,
bestimmte
der Vormund
ein auf den
Staatsdienst
vorbereitendes
Studium in
Wittenberg
(Herbst 1716
– Frühjahr
1719). Doch
das hinderte
den Grafen
nicht,
seinen
theologischen
Neigungen
nachzugehen.
Er unternahm
sogar den
kühnen
Versuch, die
verfeindeten
theologischen
Fakultäten
Halle
(pietistisch)
und
Wittenberg
(lutherisch-orthodox)
miteinander
zu
versöhnen;
allerdings
ohne
greifbare
Ergebnisse.
Die
obligatorische
Kavalierreise
(1719/20)
wurde
zunächst für
ein
Vierteljahr
in Utrecht
unterbrochen,
um an der
berühmten
Universität
juristische
Studien
fortzusetzen.
Von
weitreichenderem
Einfluß war
seine dort
begonnene
Auseinandersetzung
mit dem Werk
des
Philosophen
Pierre Bayle
(1647-1706).
Zinzendorf
bekannte,
daß er – mit
Ausnahme der
Bibel – in
keinem Buch
lieber lese,
als in den
Schriften
Bayles. In
Paris lernte
der junge
Graf den
Kardinal
Louis-Antoine
de Noailles
(1651-1729),
seit 1695
Erzbischof
von Paris,
kennen, der
für die
Reformbewegung
des
Neujansenismus
eintrat. Die
Gespräche
mit Noailles
und die bis
zum Tode des
Erzbischofs
1729
fortgesetzte
Korrespondenz
mit ihm
haben nicht
nur das
Verhältnis
Zinzendorfs
zur
katholischen
Kirche
geprägt,
sondern auch
seinen
ökumenischen
Ideen
entscheidende
Impulse
gegeben. Mit
dem Erwerb
des bisher
von der
Großmutter
Gersdorf
verpachteten
Gutes
Berthelsdorf
kam
Zinzendorf
in den
Besitz einer
eigenen
Standesherrschaft.
Am 7.
September
1722
erfolgte
unter
Beteiligung
zahlreicher
Verwandter
aus den
Gräflich
Reußischen,
Solmischen
und
Castellischen
Häusern die
Eheschließung
mit Erdmuthe
Dorothea von
Reuß-Ebersdorf
(1700-1756).
Von ihren
zwölf
Kindern
(sechs Söhne
und sechs
Töchter)
haben nur
drei Töchter
die Eltern
überlebt.
Schon zu
Zeiten
seiner
Tätigkeit
als
sächsischer
Hof- und
Justizrat
(bis 1727)
machte
Zinzendorf
ausgedehnte
Reisen.
Aufsehen
verursachten
die von
Zinzendorf
veranstalteten
Privatversammlungen
mit
Bibelstudium
und Gesang.
Für noch
größeren
Wirbel
sorgte das
anonym von
ihm
herausgegebene,
mehrseitige
Flugblatt
Der
Dresdnische
Sokrates,
in dem er
gesellschaftliche
und
kirchliche
Mißstände
schonungslos
kritisierte.
Er reiste
1723 nach
Prag, um mit
Kaiser Karl
VI.
(1711-1740)
in einem
persönlichen
Gespräch um
Toleranz für
den
verfolgten
Geheimprotestantismus
in den
habsburgischen
Ländern zu
bitten. Doch
dabei ließ
es
Zinzendorf
nicht
bewenden.
Bei mehreren
Reisen nach
Schlesien
suchte er
Kontakt zu
den
bedrängten
heimlichen
Protestanten.
Berthelsdorf
wurde
infolgedessen
zu einer
Adresse für
Religionsflüchtlinge.
Der
Zimmermann
Christian
David war
es, der die
ersten
mährischen
Exulanten
nach
Berthelsdorf
führte und
am Tage
ihrer
Ankunft
unterhalb
des
Hutberges am
17. Juni
1722 den
ersten Baum
zur
Errichtung
eines Hauses
fällte. Das
war der
Anfang von
Herrnhut,
einem Ort,
der bald in
allen
Weltteilen
bekannt
werden
sollte
(siehe dazu
OGT 1997, S.
298ff).
An dieser
Stätte der
Glaubensfreiheit
sammelten
sich nicht
nur
Nachfahren
der
Böhmischen
Brüder,
sondern auch
Sektierer
und
Separatisten
aus allen
Teilen
Deutschlands.
1727 zählte
man bereits
300
Einwohner;
davon 150
Mährer.
Zinzendorf
schuf mit
seiner
unbestrittenen
Autorität
ein
christlich-soziales
Gemeinwesen,
in dem sich
ungeahnte
Kräfte
entfalten
konnten. Er
verband die
„Herrschaftlichen
Gebote und
Verbote“ vom
12. Mai
1727, in
denen die
Befreiung
von der
Leibeigenschaft
und die
Einrichtung
von Ältesten
und
Konferenzen
verankert
waren und
die das
Zusammenleben
bis ins
Einzelne
regelten,
mit einem
„Brüderlichen
Verein und
Willkür“, in
dem die
Leitlinien
für ein
bruderschaftliches
Miteinander
festgelegt
wurden.
Erstere
waren von
jedem
Einwohner
Herrnhuts zu
unterschreiben,
das
Bekenntnis
zu letzterem
ein Akt der
Freiwilligkeit.
Auf dieser
Grundlage
gelang es,
die
Bekenntnisunterschiede
und
konfessionellen
Streitigkeiten
zu
überwinden.
Dazu trug
ganz
wesentlich
die
Organisierung
der Gemeinde
in kleine
seelsorgerliche
Gruppen
(sog.
„Banden“)
bei, später
in die nach
Geschlecht,
Alter und
Stand
gegliederten
„Chöre“. Vor
allem dem
ledigen
Brüder-Chor
wußte
Zinzendorf
den Gedanken
der
„Streiter
des
Heilandes“
zu
vermitteln
und in ihm
einen
starken
Chorgeist zu
entfalten.
Ausdruck der
von
Zinzendorf
inspirierten
„Streiteridee“
war auch die
seit 1728 in
Herrnhut
geübte
Praxis, eine
Tageslosung
von Haus zu
Haus
mündlich
weiterzugeben.
Die
Tagesparole
richtete die
ganze
Gemeinde auf
ein Wort der
Bibel aus.
(Seit 1731
erscheinen
Jahr für
Jahr ohne
Unterbrechungen
die Losungen
im Druck,
derzeit in
45
Sprachen.)
In den
„Schwesterchören“
erlangten
die Mädchen
und Frauen
Entfaltungsmöglichkeiten
und ein
Selbstbewußtsein,
das in der
von Männern
dominierten
Gesellschaftsordnung
absolut
ungewöhnlich
war. In den
Gemeindeversammlungen
und auf den
Synoden, die
Zinzendorf
ins Leben
rief,
besaßen die
Frauen ganz
selbstverständlich
ein
Mitsprache-
und
Abstimmungsrecht.
In dem „Chor
der
Eheleute“
sollte es
keinen
vorbehaltlosen
„Casus der
Untertänigkeit“
geben.
Die
pädagogischen
Fähigkeiten
und die
Erziehungskunst
Zinzendorfs
können nicht
hoch genug
eingeschätzt
werden. Vor
allem durch
seine Poesie
und seine
improvisierten
Lieder übte
der Graf
einen
starken
Einfluß aus.
Über
zweitausend
Lieder und
Gedichte
entstanden
im Laufe
seines
Lebens. „Ich
habe in
unseren
Gemeinen das
Prinzip
etabliert“,
schreibt
Zinzendorf,
„daß eine
Singstunde
versäumen
müssen dem
Herzen
unangenehmer
fällt, als
drei vier
Reden
versäumen.“
Die
Brüdergemeine
durchlebte
eine
schwärmerische
Periode
(1743-1750),
die, nicht
zuletzt
durch
ungewöhnliche
und gewagte
Vorstellungen
und Bilder
Zinzendorfs
ausgelöst,
von ihm
allerdings
auch, als er
die darin
liegenden
Gefahren
erkannt
hatte, mit
aller
Konsequenz
und Härte
beendet
wurde.
Die Zunahme
der
Abwanderung
von
evangelisch
gesinnten
Mährern
erregte den
Unwillen
Kaiser Karls
VI., der
1731 in
einer
eigenhändig
gezeichneten
Beschwerde
von der
kursächsischen
Regierung
die
Ausweisung
der
Flüchtlinge
aus Herrnhut
forderte. Im
Frühjahr
1736 wurde
Herrnhut
eine
Untersuchungskommission
angekündigt
und der Graf
wegen
„Unordnungen
und
Religionsstörungen“
des Landes
verwiesen.
Für
Zinzendorf
war das eine
neue
Herausforderung:
„...jetzt
müssen wir
die
Pilger-Gemeine
sammeln, und
der Welt den
Heiland
verkündigen.“
Die Wetterau
wurde nun
zum Zentrum
brüderischer
Aktivitäten.
Eine 1748 in
Sachsen
eingesetzte
Regierungskommission
brachte
schließlich
die
endgültige
Anerkennung
der
Herrnhuter
als
Augsburgische
Konfessionsverwandte.
Der Rückkehr
Zinzendorf
lag nichts
mehr im
Wege.
Es bedurfte
nicht der
Vertreibung,
um
Zinzendorf
und die
Brüdergemeine
in aller
Welt bekannt
zu machen.
Dafür
sorgten die
ausgedehnte
Korrespondenz
und die
vielen
Reisen des
Grafen sowie
die
„Botschaften“
der
wandernden
Brüder, in
denen sie
von den
„Taten
Gottes in
Herrnhut“
berichteten.
Aber auch
die
unzähligen
Streitschriften,
die nicht
abreißende
Zahl von
Besuchern,
vor allem
aber die
1732/33
begonnene
Missionsarbeit
unter den
Negersklaven
auf St.
Thomas in
der Karibik
und den
Eskimos in
Grönland
trugen dazu
bei, daß die
„Zinzendorfianer“
in das Licht
der
Öffentlichkeit
traten. Wenn
es – gegen
den
ursprünglichen
Willen
Zinzendorfs
– zur
Bildung
einer
ökumenisch
ausgerichteten
evangelischen
Freikirche
kam, dann
lag darin
letztlich
die
rechtliche
Legitimation
der
Missionsarbeit.
Mit einer
Predigt in
der Haupt-
und
Stiftskirche
in Tübingen
am 4. Advent
1734 trat
Zinzendorf
auch
öffentlich
in den
geistlichen
Stand. 1737
ließ er sich
durch den
Enkel des
letzten
Brüderbischofs,
des
berühmten
Johann Amos
Comenius
(1592-1670),
zum Bischof
der
mährischen
Brüderkirche
weihen.
Zinzendorf
hat viel
geschrieben;
20.000
Seiten
umfassen
allein die
gedruckten
Werke des
Grafen.
Genannt
seien nur
die
Berliner
Reden
(1738), die
weiteste
Verbreitung
gefunden
haben. In
Berlin war
es zwei
Jahre vor
ihrem
Erscheinen
auch zu der
denkwürdigen
Begegnung
Zinzendorfs
mit dem
Soldatenkönig
Friedrich
Wilhelm I.
(1713-1740)
gekommen. In
dreitägigen
Gesprächen
wandelte
sich die
anfängliche
Skepsis des
Königs in
ein tiefes
Vertrauensverhältnis,
das bis zum
Tode des
Monarchen
erhalten
blieb. Mit
dem
aufstrebenden
Preußen war
eine
Schutzmacht
gewonnen
worden, was
nicht ohne
Auswirkungen
auf die
Haltung
Kursachsens
blieb.
Denkwürdig
waren die
Reisen
Zinzendorfs
in die
baltischen
Provinzen
Rußlands.
Bereits in
Halle, das
im Baltikum
zu großem
Einfluß
gelangt war,
wurde
Zinzendorf
mit den
gesellschaftlichen
und
kirchlichen
Verhältnissen
dort näher
bekannt. Auf
Einladung
einiger
Pastoren und
adliger
Gutsbesitzer
reiste er
1736 in die
Ostseeprovinzen.
Unter dem
Einfluß
seiner
faszinierenden
Persönlichkeit
und seiner
mitreißenden
Predigten
gewann er
das
Vertrauen
maßgeblicher
Kreise für
seinen „Livländischen
Plan“: die
Missionierung
der noch
tief im
Heidentum
steckenden,
unterdrückten
Esten und
Letten. Man
trug ihm in
Reval sogar
die Stelle
des
Generalsuperintendenten
für Estland
an. In einer
existenzbedrohenden
Krise des „Livländischen
Werkes“
reiste
Zinzendorf
im Dezember
1743 noch
einmal ins
Baltikum. Er
wurde aber
schon bei
seiner
Einreise auf
Befehl der
Zarin in der
Zitadelle
Rigas
inhaftiert
und
schließlich
ausgewiesen.
Die von den
Herrnhutern
ausgelöste
religiöse
Bewegung
unter den
Esten und
Letten, die
zugleich den
Anfang einer
gesellschaftlichen
Emanzipation
und das
Erwachen
eines
nationalen
Selbstbewußtseins
einleitete,
hatte jedoch
eine so
starke
Eigendynamik
erlangt, daß
sie nicht
mehr
aufzuhalten
war.
Im August
1741 trat
Zinzendorf
die letzte
seiner
Überseereisen
an, mit dem
Ziel
Pennsylvanien.
Hier gelang
ihm die
Sammlung und
Festigung
der
deutschen
lutherischen
Gemeinde in
Philadelphia.
Die
brüderischen
Siedlungen
unweit der
Mündung der
Lecha in die
Delaware,
Bethlehem
und
Nazareth,
wurden zur
Keimzelle
der
Brüderkirche
in Amerika.
Eine
unwiderstehliche
Anziehungskraft
übte auf den
Grafen die
indianische
Urbevölkerung
aus, mit der
er auf drei
abenteuerlichen
Reisen im
Sommer 1742
direkten
Kontakt
aufnahm. Die
Schicksalsgemeinschaft
armer
deutscher
Einwanderergruppen
mit den
bedrohten
Indianern
weckte in
ihm den
kühnen
Gedanken
einer
„Civitas
Indiana-Germana“,
ein Projekt,
das
außerhalb
jeder
realistischen
Möglichkeiten
lag. In den
Vernichtungskämpfen
zwischen den
rücksichtslos
vordringenden
Kolonisten
und den sich
verzweifelt
wehrenden
Ureinwohnern
gerieten die
kleinen
Gruppen
christlich
gewordener
Indianer
zusammen mit
den Brüdern
zwischen
alle Fronten
und wurden
von beiden
Seiten
schonungslos
aufgerieben.
Im Januar
1743 kehrte
Zinzendorf
nach
Deutschland
zurück.
Zinzendorf
zog es immer
wieder in
die Schweiz,
nach Holland
und England;
Länder, in
denen nach
damaligem
Maßstab ein
Höchstmaß an
Freiheit und
Toleranz
herrschte.
Für fünf
Jahre
(zwischen
1749 und
1755) schlug
er sein
Hauptquartier
im Zentrum
der
Weltmacht
England, in
London auf.
Wichtig für
die
englischen
Brüdergemeinen,
vor allem
für die
Missionsarbeit,
wurde die
vom König
bestätigte
Parlamentsakte
vom 6. Juni
1749. In ihr
wurden die „Moravians“
als
selbständige
protestantische,
bischöflich
verfaßte
Kirche
anerkannt.
Das
Lebenswerk
Zinzendorfs
war damit im
wesentlichen
abgeschlossen.
Die äußere
Leitung der
inzwischen
in allen
Staaten
rechtlich
gesicherten
Brüderunität
konnte er
nun anderen
überlassen.
Zurückgekehrt
in die
Oberlausitz,
übertrug er
diese
Aufgabe
einem
Direktorium.
Am 19. Juni
1756 starb
seine
Lebensgefährtin.
Die im Jahre
darauf
zunächst
geheim
gehaltene
Eheschließung
mit der
bürgerlichen
Anna
Nitschmann
(1715-1760),
eine der
engsten
Mitarbeiterinnen
im
Leitungsteam,
weist auf
einige
schwer
verständliche
Charakterzüge
dieses
genialen,
unberechenbaren
Mannes hin.
Drei Jahre
später war
er
selbst tot.
Am 16. Mai
1760 wurde
Zinzendorf,
von 32
Predigern
und Diakonen
abwechselnd
getragen und
von
Tausenden
begleitet,
auf dem
Gottesacker
des
Hutberges
zur letzten
Ruhe
gebettet.
Lit.:
Dietrich
Meyer:
Bibliographisches
Handbuch der
Zinzendorf-Forschung,
Düsseldorf
1987. –
Bibliographie
der
Neuerscheinungen
in: Unitas
Fratrum,
Ztschr. f.
Gesch. u.
Gegenwartsfragen
der
Brüdergemeine,
1977ff. –
Faksimile-Drucke
mit
Einführungen,
hg. v. E.
Beyreuther
u. G. Meyer:
Hauptschriften,
6 Bde.,
Hildesheim
1962/63;
Ergänzungsbände
zu den
Hauptschriften,
12 Bde.,
Hildesheim
1964-1972;
Materialien
und
Dokumente. 4
Reihen,
Hildesheim
u. New York
1973ff. – P.
Tschackert:
Art.
Zinzendorf,
N.L.v., in:
Allgemeine
Deutsche
Biographie,
45. Bd.,
(1900, Repr.
1971), S.
344-353. –
E.
Beyreuther:
Art.
Zinzendorf,
N.L.v., in:
Religion in
Geschichte
und
Gegenwart,
Bd. 6 (31962),
Sp.
1913-1916. –
Ders.:
Nikolaus
Ludwig von
Zinzendorf
in
Selbstzeugnissen
und
Bilddokumenten,
Hamburg
1965. – Ders.:
Die große
Zinzendorf-Trilogie,
Marburg/L.
1988. – H.
Renkewitz
(Hg.): Die
Brüder-Unität,
(Die Kirchen
der Welt,
Bd. V),
Stuttgart
1967. – H.
Chr. Hahn u.
H. Reichel:
Zinzendorf
und die
Herrnhuter
Brüder.
Quellen zur
Geschichte
der
Brüder-Unität
von 1722 bis
1760.
Hamburg
1977. – H.
Schneider:
Nikolaus
Ludwig von
Zinzendorf,
in: M.
Greschat
(Hg.),
Orthodoxie
und
Pietismus,
Stuttgart
u.a. 1982,
S. 347-372.
– D. Meyer:
Zinzendorf
und
Herrnhut,
in: M.
Brecht u. K.
Deppermann
(Hg.), Der
Pietismus im
18.
Jahrhundert,
Göttingen
1995, S.
3-106. –
Ders.:
Brüderunität/Brüdergemeine,
in:
Theologische
Realenzyklopädie,
Bd. 7
(19..), S.
225-233. –
Art.
Brüder-Unität,
II.
Erneuerte
Brüder-Unität.
1.
Geschichte
(D. Meyer),
2. Erziehung
(C. Bizer),
3.
Nordamerika
(A.H.
Freundt Jr),
4. Mission
(C. Wessel),
in: Religion
in
Geschichte
und
Gegenwart,
Bd. 1 (41998),
Sp.
1792-1799.
Bild:
Zinzendorf
nach einem
Gemälde von
Balthasar
Denner,
Herrnhut,
Brüdergemeine.