Der aus
einem
unterfränkischen
Rittergeschlecht
stammende
Deutschordensritter
Konrad
Zöllner von
Rotenstein
begegnet uns
zunächst in
der Komturei
Christburg,
wo er in den
Jahren
1354-1359
zunächst als
Pfleger von
Preußisch
Mark, dann
als Kumpan
des Komturs
anzutreffen
ist. Nach
dieser
offenbar
erfolgreichen
Ausbildung
in der
Ordensverwaltung
wird er
Gebietiger.
1368 ist er
Komtur von
Danzig, seit
1372 Komtur
von
Christburg
und zugleich
Oberster
Trapier.
Damit gehört
er zu den
Großgebietigern,
dem engsten
Beraterkreis
des
Hochmeisters.
Als zehn
Jahre
später, im
Jahre 1382,
der berühmte
Hochmeister
Winrich von
Kniprode
nach einer
über drei
Jahrzehnte
währenden
Amtszeit
stirbt, wird
Konrad
Zöllner zum
Nachfolger
gewählt. In
den acht
Jahren
seiner
Hochmeisterzeit
arbeitet er
eng mit dem
militärisch
sehr
erfahrenen
Konrad von
Wallenrode
zusammen,
der dann
sein
Nachfolger
wird.
Konrad
Zöllner
betrieb
innerhalb
des
Ordenslandes
eine Politik
der Stärke.
Er ließ 1382
eine
deutlichere
Huldigungsformel
verwenden
und
unterstützte
die
städtischen
Oberschichten
gegen das
Aufbegehren
von
Zunftbewegungen.
Er bemühte
sich um die
Stärkung des
Wirtschaftslebens
durch
münzpolitische
Maßnahmen
und durch
eine neue
Ordnung des
Rentenkaufs.
Er setzte
den
Landesausbau
und damit
die
militärische
Sicherung
des Landes
fort.
Schwerpunkte
waren
während
seiner
Amtszeit die
Räume um
Ortelsburg,
Gerdauen/Nordenburg,
am oberen
Pregel und
im Samland.
Er erlangte
sogar ein
päpstliches
Privileg für
eine
Universitätsgründung
in Kulm.
Wäre dem
Hochmeister
dies
tatsächlich
gelungen,
hätte er
sich in eine
Reihe mit
den
bedeutendsten
mitteleuropäischen
Territorialherren,
nämlich
Böhmen,
Österreich,
Polen und
dem
Pfalzgrafen
gestellt.
Außenpolitisch
hatte der
Deutsche
Orden in
Preußen
unter Konrad
Zöllner
handelspolitische
Konflikte
mit England
auszutragen,
da der
englische
Kaufmann
unmittelbar
in Preußen
tätig werden
wollte. Im
Streit der
Hanse mit
Flandern/Burgund
nahm der
Orden eine
vermittelnde
Stellung
ein, zumal
sein
zunehmender
Eigenhandel
1388 die
hansische
Handelssperre
umging.
Vergeblich
versuchte
der
Hochmeister,
den Orden in
Novgorod an
den dortigen
hansischen
Privilegien
zu
beteiligen.
Wichtiger
als die sich
im
hansisch-skandinavischen
Raum
vorbereitende
Machtkonzentration
waren für
Konrad
Zöllner die
Veränderungen
im Süden und
Osten der
Ordensherrschaft.
1386 hatte
der
litauische
Großfürst
Jagiello die
polnische
Thronerbin
Hedwig
geheiratet.
Vereinbarungsgemäß
sollte er
dafür sich
und sein
Volk, die
letzten
Heiden
Europas,
taufen
lassen und
damit dem
römischen
Christentum
zuführen. Er
selbst nahm
den Namen
Wladyslaw
an. Für den
Orden war
diese
Verbindung
von Polen
und Litauen
nicht nur
eine
unangenehme
Machtkonzentration.
Die
Grundlagen
der
Ordensherrschaft
schienen
erschüttert
zu werden,
weil sich
nach einer
Taufe der
Litauer die
Aufgabe des
ständigen
Heidenkampfes
in der
bisherigen
Weise nicht
mehr
rechtfertigen
ließ. Konrad
Zöllner
eröffnete
daher eine
Politik, die
die
Ernsthaftigkeit
der Taufe
Litauens
stets zu
bezweifeln
suchte.
Dabei
verfolgte er
die alte
Ordenspolitik,
die darauf
aus war,
zwischen
Preußen und
Livland eine
Landbrücke
herzustellen.
Streitigkeiten
unter den
Angehörigen
der
litauischen
Fürstenfamilie
schienen
hier manche
Möglichkeiten
für
den
Erwerb
Samaitens zu
eröffnen,
doch war das
stets nur
von kurzer
Dauer.
Konrad
Zöllners
Amtszeit als
Hochmeister
des
Deutschen
Ordens wird
der
Blütezeit
der
Ordensherrschaft
in Preußen
zugerechnet.
Doch
hat gerade
er erkannt,
welche
Gefahren für
die
Sicherheit
seines
Landes sich
durch
Veränderungen
außerhalb
Preußens
eröffneten.
Er
antwortete
einerseits
auf
konservative
Weise, indem
er die
Glaubwürdigkeit
der Taufe in
Abrede
stellte,
andererseits
versuchte er
mit
diplomatisch-militärischen
Mitteln der
Gefahr zu
begegnen.
Innenpolitisch
hatte er
dazu noch
weitgehend
freie Hand,
indem er das
Land unter
der
kräftigen
Leitung des
Ordens zu
stärken
suchte.
Lit.: Harro
Gersdorf,
Der Deutsche
Orden im
Zeitalter
der
polnisch-litauischen
Union. Die
Amtszeit des
Hochmeisters
Konrad
Zöllner von
Rotenstein
1382-1390,
Marburg/Lahn
1957;
Bernhart
Jähnig, in:
Neue
Deutsche
Biographie
12, 1980,
1516.
Bernhart
Jähnig